22. März 2014

Der Oldschool-Punk (3.Juli 2013)

Es ist Mittwoch, was heißt, dass eigentlich Probe wäre. Felix ist jedoch noch auf Sardinien und Till ist an der Ostsee. Bevor ich in Depression verfalle und mich frage, was ich falsch mache, schnappe ich mir meine Gitarre und gehe Richtung Ostkreuz. Es ist schwül und warm und der Schweiß läuft so schon an mir runter.

Ich stelle mich wieder unter die Brücke am Ostkreuz, kleb das Banner an und es geht los. Es läuft eigentlich so wie immer, die Leute gehen vorbei, viele lächeln ein paar nicken mit dem Kopf und wenige schmeißen was rein. Doch dann passiert auch mal was neues. Einer setzt sich hin und guckt sich das Set an. Als seine Freunde kommen, gehen sie nicht los, sondern gucken sich das Ganze weiter an. Es setzen sich nun auch andere Leute hin und lassen sich unterhalten. Es sind nicht viele und es gibt Fluktuationen aber so 15 Zuhörer ist eine gute Schätzung. Unter ihnen ist auch ein Punk. Oldschool wie er betont, als er auf seine Haare zeigt. Etwas später sind nur noch er und die anderen vier vom Anfang da. Sie stehen auf, tanzen etwas und quatschen miteinander. Irgendwann ruft der Punk: "Hey spiel doch mal was, was dein Leben beschreibt und für dich steht".
Gut ich könnte fast jedes Lied nehmen, aber ich spiele "Die Ratte", was gleichzeitig auch eine Premiere ist. Beim Refrain ernte ich auch ein paar Lacher. Ich spiele danach noch ca 3 Songs und danach kommt der Punk auf mich zu, spendiert mir eine Kippe und kritisiert meine Frisur. Wir quatschen dann noch circa eine halbe Stunde und ich schenke jedem eine CD. Schließlich verabschiedet sich der Punk. Er setzt sich im Schneidersitz hin, zieht sein rechten Fuß hinter seinen Kopf, steht mit dem anderen Bein auf, fängt an zu hüpfen und winkt uns zum Abschied zu.

Dann tauchen 20 Bullen in kompletter Kampfmontur auf und bevor ich mich geehrt fühle, laufen sie auch schon an uns vorbei, bauen sich aber neben der Brücke auf. Ich werde noch gefragt, ob ich für die nicht einen Song für sie hätte. Ich denke kurz an "Cops underwater" aber der Song ist ja (leider) nicht von mir und ich vertraue auch nicht auf deren Humor. Schließlich kommen 4 Mannschaftswagen, die die Bullen einsammeln. Ob ihre Klassenfahrt beginnt oder endet ist nicht ersichtlich. Die anderen verabschieden sich auch und ich will den schönen Abend mit 3 Songs ausklingen lassen. Das tue ich auch, packe zusammen und setz mich in den Park und baue mir einen Wegjohnny. Als er fertig ist, fällt mir ein, dass ich das Banner vergessen hab. Ich gehe zurück und es ist noch da. Vom Abend überwältigt schlendere ich dann zusammen mit meinem Wegjohnny nach Hause.